Großartige Möhnensitzung in Löf

Am Vormittag des Schwerdonnerstags herrschte in vielen Löfer Haushalten Ausnahmezustand. Anstatt Vorbereitungen für das Mittagessen standen Sektflaschen auf dem Tisch, die Töpfe blieben leer, das Badezimmer war dauerbesetzt und war gesprenkelt mit Farben, Glitzer und Federn. Das Ergebnis war umwerfend: Moselpfauen und Paradiesvögel in prächtigem Gefieder, lustige Einhörner, schmucke Matrosen und unglaublich aufreizende Teufelinnen zogen beim Möhnenumzug durch das Dorf.

Den krönenden Abschluss bildete Obermöhn „Anita I. aus dem Tal der singenden Nachtigall“ mit ihrem hinreißenden Gefolge. Der prachtvolle Motivwagen war gekrönt von einem Nest, in dem Obermöhn Anita sich sichtlich wohl fühlte und das trotz Regen und Sturm unbeschadet die „Nachtigall“ zur Löfer Sonnenringhalle brachte. Dies war aber auch der Begleitung der FFW Löf mit zu verdanken.

Vorstand und Obermöhn zogen mit Pauken und Trompeten des Musikvereins Löf stolz in die Narrhalla ein. Dort wartete auch schon die Band „Zufallsexperiment“ auf die feierwütigen Möhnen und legte noch während der Kaffeepause mit Vollgas los.

Pünktlich um 17.11 Uhr startete das Programm mit dem Einmarsch des Vorstandes und der Obermöhn. Anita I. begrüßte ihr närrisches Volk mit viel Herz und rührenden Bildern aus vergangenen Zeiten und war sichtlich stolz auf ihr Gefolge, aus dem jede Einzelne von Simone Wolf in einem sehr liebevollen Vortrag vorgestellt wurde. Dass die Mädels nicht nur toll aussehen und närrisch sind, sondern auch Rhythmus und Musik im Blut haben bewiesen sie mit ihrem Möhnenlied gepaart mit einem Tanz mit ausgefeilter Choreografie.

Singen und Tanzen, das liegt auch Prinz Mario I. aus Kobern-Gondorf (und Kattenes!) am Herzen. Es ist immer wieder ein Erlebnis, wenn er mit seinem Hofstaat und der Garde einzieht. Jeder kennt ihn und es ist nicht verwunderlich, wenn er den Beinamen „Prinz der Herzen“ erhalten hat. Als Geschenk brachte er den Tanz der Prinzengarde mit, und darüber haben sich alle riesig gefreut. Weiter ging es mit einem Thema, von dem an Karneval eigentlich keiner was wissen will – beim Arzt im Wartezimmer. Schlimm genug, wenn Karnevalsdienstag eine Blutuntersuchung ansteht, aber wenn man wüsste, was die Mitwartenden so alles denken! Diese Gedanken waren für alle zu hören, als die „Paradiesvögel“ raus aus den Federn und hinein in ihre Vortragsrollen schlüpften. Welche Rolle die Politik aktuell spielt und welche Gemeinsamkeit Donald Trump und der Struwwelpeter aufweisen, das hat uns Gertrud Sommer mit erhobenem Zeigefinger demonstriert. Gertrud ist bekannt für den politischen Part der Löfer Karnevalssitzungen und niemand bringt uns die Missstände in der Welt so amüsant und doch kritisch näher wie sie.

Als Überraschung insbesondere für unseren 67er Oberfeller Chardonnay (Rebsorte aus dem Gefolge, das versteht jetzt nicht jeder) besuchte uns die Gurkentruppe aus Oberfell, getarnt als „Agenten“ mit einem rasanten Showtanz, in dem sogar die amtierende Löfer Weinkönigin Jenni mitwirkte.

Traditionell um 20.11 Uhr halten der Vorstand der Karnevalsgesellschaft Löf und unser Bürgermeister Rudi Zenz Einzug bei den Möhnen. Wäre bei diesen schmucken Männern nicht auch ein schmucker Prinz dabei?

Das Prinzenpaar aus Münstermaifeld, Prinz Horst II. und Prinzessin Beate II., ließ es sich nicht nehmen mit KG und Prinzengarde trotz engem Terminplan nach Löf zu kommen, denn Obermöhn Anita, selbst schon Karnevalsprinzessin in Meenster gewesen, verbindet viele Jahre und Menschen mit diesem Ort. Die nächsten Vortragskünstler brachten ein Thema auf die Bühne, bei dem alle Möhnen das Dilemma wirklich nachvollziehen konnten. In „Lust auf Schokolade“ wurde Monika Schmidt als ganz normale Frau mit ganz normaler Lust auf Schokolade von dem Teufel Diana Breitbach und dem Engel Andrea Horn über die Konsequenzen dieser Köstlichkeit aufgeklärt, bis der brave Ehemann Klaudia Kaiser endlich mit der erlösenden Tüte Chips dem Hin und Her ein Ende setzte. Mit dem Thema Essen beschäftige sich auch der folgende Beitrag. Der Vegetarier Katrin Wirtz beantwortete dem nervigen und unwissenden Fleischesser Simone Wolf alle Fragen rund um das vegetarische Essverhalten, bis die Nerven völlig blank lagen und die Lachmuskeln der Zuschauer genug strapaziert waren. Starke Nerven musste auch Astrid Noll alias Braut bewahren, als sie erfuhr, dass ein Ehemann nicht in dem Pauschalbetrag von 20,00 Euro für eine Hochzeit enthalten ist. Zusammen mit dem restlichen Vorstand des Möhnenvereins erntete sie dann am Ende doch Mitleid für ihre Einfältigkeit, aber auch viel Applaus.

Ein weiteres Highlight des Tages war sicher der Auftritt der Löfer Showtanzgruppe „Black&White“, die uns mit herrlichen Kostümen und heißen brasilianischen Rhythmen nach Rio versetzte. Eine herausragende Leistung der 18 Tänzerinnen, aber auch der beiden Trainerinnen. Das Finale wurde ebenfalls noch einmal laut und bunt, als 35 Löfer Gugge mit Masken und Rasseln den Saal stürmten. Die Vorsitzende Tanja Heinen konnte eine tolle Möhnensitzung schließen und die Party mit der Band „Zufallsexperiment“, die für eine super Stimmung und auch für klasse Lichteffekte im Saal sorgte, eröffnen. An diesem Abend wurden auch ehemalige Obermöhnen bezüglich ihres Jubiläums geehrt. Bei Helga Fischer waren es 10 Jahre, Christel Wagner 30 Jahre und Anni Fröhlich 50 Jahre her, dass sie das Zepter schwangen. Da bleibt nur eines noch zu sagen, wie heißt es doch so schön in dem Refrain des Obermöhnenliedes: „Denn wir sind all all Löfer Möhne, mit dem Herz am rechten Fleck….und in jeder steckt ein echter Jeck!“

 

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